
„Mein Bildungsraum“-Fachkonferenz: Impulse für die Zukunft
Am 13. Februar 2025 fand im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin die Fachkonferenz „Mein Bildungsraum“ statt. Rund 125 Teilnehmende aus den Förderprojekten, dem BMBF, den Ländern sowie weitere Bildungsexpertinnen und -experten diskutierten zentrale Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der digitalen Bildung. Im Fokus standen Rückblicke auf die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der geförderten Projekte, der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungsbereich sowie der Austausch und die Vernetzung zwischen den Teilnehmenden.
Eröffnung und strategische Einordnung
Dr. Catrin Hannken, Unterabteilungsleiterin für Berufliche Bildung im BMBF, eröffnete die Veranstaltung und skizzierte die bisherigen Meilensteine von „Mein Bildungsraum“ sowie die weitere Entwicklung mit der Übernahme durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) im Juli 2024. Sie unterstrich die Bedeutung des Mutes zu digitalen Bildungsinnovationen und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Praxis und Verwaltung.
Keynote: Künstliche Intelligenz in der Bildung
Jöran Muuß-Merholz, Experte für Lernen und Lehren im digitalen Wandel, zeigte in einer Keynote, wie unterschiedlich KI im Bildungsbereich wahrgenommen wird. Er plädierte für eine differenzierte Betrachtung neuer Technologien in der Bildung und betonte die Bedeutung der Verbindung von Altem und Neuem. Lehr- und Lernkulturen sollten aktiv gestaltet werden, um die Potenziale von KI im Bildungsbereich als innovatives Werkzeug sinnvoll und sicher zu nutzen.
Erfahrungen aus den Förderprojekten
In der Auftaktrunde „Von der Idee bis zur Umsetzung“ berichteten Vertreterinnen und Vertreter der FuE-Vorhaben TrainSpot2, Coding-Labs2, MINT_OBadges, PIM-2-02 und BIRD aus ihrer Projektarbeit . Sie betonten die Relevanz von Vernetzung, Standards und Datenschutz für zukunftsorientierte Lernprozesse. Im Mittelpunkt stand unter anderem das Thema der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen mit Hilfe von Microcredentials und Open Badges.
Interaktive Formate: Austausch und Vernetzung
Während eines Gallery Walks konnten sich die Teilnehmenden direkt mit den Projektteams über Ergebnisse aus den Forschungsvorhaben und die Umsetzung von Transferpotenzialen austauschen. Insbesondere die Radarboards auf den Projektpostern erleichterten den Einstieg in fachliche Gespräche. Die Radarboards sind Netzdiagramme, die besondere Profile und perspektivische Anknüpfungspotenziale für einen digitalen Bildungsraum aufzeigen.
In der anschließenden Netzwerk-Session diskutierten die Anwesenden folgende Schwerpunktthemen:
- Transferstrategien: Erfolgsmodelle weitertragen
- Ideenschmiede: Kooperationen und neue Projekte entwickeln
- Changemanagement: Veränderungsprozesse gestalten
- AI Act: Herausforderungen und Chancen
- Datenstandards und Interoperabilität
Die Diskussionen verdeutlichten die Herausforderungen und Komplexität bei der Umsetzung von digitalen Bildungsinnovationen. Die Komplexität entsteht durch regulatorische Vorgaben wie den AI Act, unterschiedliche technische Standards sowie offene Fragen zu Datenschutz und Ethik. Sie zeigt sich auch in den institutionellen und kulturellen Veränderungen im Bildungssystem und der Herausforderung, bewährte digitale Lösungen systematisch zu transferieren und nachhaltig zu integrieren. Erfolgsfaktoren sind strategische Planung, klare rechtliche Rahmenbedingungen, Nutzerzentrierung sowie Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und politischen Akteuren.
Podiumsdiskussion: Zukunft der digitalen Bildung
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zur Rolle von KI im Bildungsbereich. Wibke Matthes (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Dr. Knut Diekmann (Deutsche Industrie- und Handelskammer), Nele Hirsch (eBildungslabor) und Dr. Melanie Stilz (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg) beleuchteten Chancen und Herausforderungen von KI-Technologien. Einigkeit bestand darüber, dass Lehr- und Lernkulturen angepasst werden müssen, um digitale Innovationen – insbesondere KI-Systeme – sinnvoll zu nutzen. Die Diskutierenden sprachen sich außerdem dafür aus, gemeinwohlorientierte KI-Lösungen zu fördern, die Chancengleichheit unterstützen und durch offene Bildungsressourcen sowie eine sichere und datenschutzkonforme Infrastruktur eine nachthaltige Bildungslandschaft ermöglichen.
Fazit: Bildung im digitalen Wandel aktiv gestalten
Die „Mein Bildungsraum“-Fachkonferenz unterstrich, dass digitale Transformation in der Bildung eine gemeinsame Aufgabe ist. Sie erfordert nachhaltige Innovationsstrategien und einen kontinuierlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik – damit digitale Bildungslösungen langfristig erfolgreich etabliert werden und ihren gesellschaftlichen Mehrwert entfalten können.
Das „Mein Bildungsraum“-Team dankt allen Teilnehmenden und Beteiligten für ihr Engagement!